Herr von Brockhausen in Mission unterwegs

Unsere Stifte für Afrika

Als Herr von Brockhausen, Tutor der Klasse 6d, seinen Schülern erzählte, dass er in den Herbstferien privat nach Sierra Leone (Westafrika) reisen würde und auch beabsichtigte, dort eine Schule zu besuchen, zeigten sich die Schüler der 6d begeistert von der Idee, eine kleine Spendenaktion für die Schüler in Freetown (Hauptstadt von Sierra Leone) durchzuführen. Jeder Schüler spendete, was er entbehren konnte und so kamen in kürzester Zeit ca. 6kg Arbeitsmaterial zusammen - darunter Buntstifte, Bleistifte, Spitzer, Radiergummis, Lineale, Taschenrechner, Füller, Tintenkiller, Kulis, Filzstifte und sogar Schreibpapier und Hefte. Einige Male musste die Spendenbereitschaft sogar gebremst werden, als Schultaschen, Schulbücher oder Zirkel angeboten wurden, zumal es wirklich nur Dinge sein sollten, die sie selbst nicht unbedingt brauchen, aber in Afrika wirklich gebraucht werden konnten. Alle Artikel wurden schließlich "auf Vordermann gebracht", noch ein Fußball mit allen Unterschriften und einige Packungen Gummibärchen hinzugefügt, ein Klassenfoto mit den gespendeten Artikeln gemacht und auf die Reise mit Herrn von Brockhausen geschickt. Vor Ort hat dann Herr von Brockhausen mit Hilfe der United Nations Organisation (UNO) eine Schule ausfindig gemacht, an der unterprivilegierte Schüler unterrichtet wurden.

Denn das war das Ziel...

Die Spenden sollten direkt an Schüler gehen, denen es an der grundlegendsten Ausstattung fehlt. Schließlich landete die kleine Delegation von zwei Mitarbeitern des Entwicklungshilfeprogramms der UNO und Herrn von Brockhausen in der Schule am Rande Freetowns in der Schule, ohne dass die Schulleitung dort vorher in Kenntnis gesetzt wurde. Dennoch wurden sie mit offenen Armen empfangen und sogleich durch die Schule geführt. Die Zustände vor Ort zeigten sich tatsächlich als "schwierig" - unterrichtet wurde in großen Räumen mit vier Klassen à 25 Schülern gleichzeitig - getrennt waren die Klassen nur durch Holzverschläge oder unterschiedliche Blickrichtungen. Dementsprechend war es ziemlich laut und es gestaltete sich zunächst schwierig, den Schülern das Anliegen der Klasse 6d zu vermitteln, zu erzählen wo die Spenden herkamen und mit ihnen persönlicher zu sprechen. Doch die Materialspenden, die dann möglichst gerecht verteilt wurden, und das Klassenfoto der 6d sprachen schließlich für sich. Abgesehen davon reichte es den Schülern zum Teil einfach zu sehen, wie die Schüler aussehen, von denen die Spenden kamen. Später war es dann möglich, sich mit einer kleineren Gruppe Schüler zu unterhalten; wie sich herausstellte, findet dort der Sportunterricht auf dem Schulhof statt, allerdings kann dort nur Fußball und Volleyball gespielt werden. Auf Nachfragen gaben die Kinder an, sie würden auch gerne Tischtennis und Basketball spielen, jedoch fehlt es ihnen an den entsprechenden Vorrichtungen. Sie erzählten, welche ihre Lieblingsfächer sind (meistens Sport & Gesundheit!) und dass sie später gerne Künstler, Ärzte, Ingenieure oder Rechtsanwälte werden möchten - zum Teil mit der Begründung, dass sie die Verhältnisse in ihrem Land verbessern möchten. Am meisten wurde jedoch - wie sollte es anders sein - über Borussia Dortmund und Bayern München, über Marco Reus, Mario Götze und Deutschlands Chancen auf den World Cup in Brasilien gefachsimpelt. Dementsprechend groß war auch die Freude über den neuen Fußball und die Ballluftpumpe. Ohne zu zögern bildete der dortige Sportlehrer zwei Mannschaften unter den Schülern und ließ sie für den willkommenen Besuch ein kleines Fußballspiel spielen. Anschließend versuchte die kleine Delegation, so schnell wie möglich den Besuch abzuschließen - denn seit sie da waren, war Unterrichten an der Schule kaum noch möglich, so begehrt waren die zum Teil noch hochwertigen Schreibmaterialien, die Gummibärchen und so interessant war der Einblick in das Schulleben einer deutschen Schule.

Und eins ist klar...

Die Spenden kamen genau dort an, wo sie gebraucht wurden - die Dankbarkeit der Schüler und auch der Lehrer war riesengroß!In einem waren sich die Schüler und Lehrer in Freetown übrigens einig: Deutschland hat es verdient, nächstes Jahr Fußballweltmeister zu werden!